Tansania – Land und Leute

Tansania - Land und Leute

Tansania – mit diesem Wort verbinden wir weite Savannen, bestückt mit Akazien und tausenden von wilden Tieren, hohe Berge, Lavawüsten, Regenwälder, tropische Strände und Inseln. Ja, das alles ist Tansania, aber dieses vielfältige Land hat noch vieles mehr zu bieten. 

Geographie
Das Land liegt in Ostafrika, grenzt im Norden an Kenia und Uganda, im Westen an Ruanda, Burundi, den Kongo und im Süden an Sambia, Malawi und Mosambik. Hauptstadt ist Dodoma, Regierungssitz ist jedoch Daressalaam. 

Klima
In Tansania herrscht tropisches Klima, trotzdem gibt es, bedingt durch die jeweilige Höhenlage, große regionale Unterschiede. An der Küste ist es immer heiß mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Auf dem Zentralplateau im Landesinneren sind die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit niedriger. Tagsüber ist es oft heiß und nachts, besonders im Ngorongoro Schutzgebiet oft sehr kühl. Im Westen bei den großen Seen ist es ähnlich wie an der Küste, außerdem sind dort die Niederschläge höher. Ein sehr angenehmes, gemäßigtes Klima findet man in den Usambara Bergen. Nur in den beiden Regenzeiten ist es dort heiß und feucht. Im Norden gibt es zwei Regenzeiten pro Jahr. Die kleine Regenzeit (November und Dezember) bei denen kaum Einschränkungen beim Reisen zu erwarten sind und die große Regenzeit (ca. Mitte März bis Mai). Im Süden und Südwesten gibt es nur eine Regenzeit von November bis April. An der Küste kann es ganzjährig regnen, wobei im April/Mai die meisten Niederschläge fallen und von Juni bis September die wenigsten. 

Menschen & Sprache
Rund 40 Millionen Einwohner mit über 125 verschiedenen, zumeist nilotischen Sprachen, leben seitdem in einem bunten Vielvölkerstaat friedlich miteinander. Tansania ist politisch sehr stabil, hat bis heute keine Stammes- oder ethnischen Konflikte erlebt und ein sicheres Reiseland. Swahili ist die Nationalsprache, des Weiteren wird als „Verkehrssprache“ Englisch gesprochen. Das Bevölkerungswachstum in Tansania ist sehr hoch. Der Großteil der Volksgruppen gehört den Bantu-Völkern an. Die Bevölkerung setzt sich aus vielen verschiedenen Gruppen zusammen. Hierbei machen die Sukuma 12% aus, gefolgt von den Nyamwezi, Hehet/Bena, Haya, Swahili, Chagga und den Massai. Ferner leben hier auch Menschen aus Indien, Pakistan, Arabien und Europa. Eine interessante Randgruppe mit nur noch ca. 1.000 Menschen bilden die letzten Buschmänner Tansanias, die Hadzabe. Sie sind bis heute traditionelle Jäger und Sammler, leben von und mit der Natur und verwenden bis heute noch steinzeitliche Werkzeuge. Die Hadzabe, auch Hadza, leben in den Regionen um den Lake Eyasi. Sie ernähren sich von Wildfleisch, Knollen, essbaren Blättern und Beeren sowie Honig. Ähnlich der Buschmänner im Süden Afrikas sprechen sie eine Klick-Sprache. Eine weitere ethnische Minderheit bilden die Datoga, halbnomadische Rinderhirten, ähnlich wie die bekannteren Massai. Besuche bei beiden Volksstämmen können von uns organisiert werden. Von den Gebühren, die die lokale Behörde von den Touristen kassiert, sollen diese Volksgruppen unterstützt werden. 

Glaube & Kultur
Der Glaube spielt in Tansania eine wichtige Rolle. Das Christentum ist mit 43% weit verbreitet, gefolgt vom Islam mit 38% (hauptsächlich an der Küste und auf den vorgelagerten Inseln). Trotz allem spielt die Ahnenkultur sowie Natur- und Stammesbräuche nach wie vor eine große Rolle im Leben der Menschen. 

Bildung
Seit der Unabhängigkeit konnte das tansanische Bildungssystem stark verbessert werden. Das Schulsystem wurde durch die Kolonialisierung stark vom britischen System beeinflusst. Es besteht Schulpflicht bis zum 15. Lebensjahr. Der Besuch der siebenjährigen Grundschule ist kostenlos. Danach gehen die Schüler in die Sekundarschule, die insgesamt sechs Schuljahre umfasst. Offiziell müssen seit 2002 zwar keine Schulgebühren mehr gezahlt werden, Eltern müssen sich aber trotzdem an den Kosten für Verpflegung, Transport, Schuluniform und Büchern beteiligen, was gerade in den ärmeren ländlichen Gebieten dazu führt, dass Kinder die Schule nicht besuchen können. In den Ballungsgebieten gibt es private oder internationale Schulen, deren Besuch mit hohen Schulgebühren verbunden ist. In Tansania gibt es mehrere Universitäten und andere höhere Bildungseinrichtungen. 

Politik
Etwa ab dem 8. bis 9. Jahrhundert breitete sich die Swahili Kultur aufgrund des Fernhandels mit den arabischen Ländern an der Küste aus. Der Oman wurde zur vorherrschenden Küstenmacht. Im 18. Jahrhundert florierte der Sklavenhandel und übte großen Einfluss auf das Binnenland aus. Im 19. Jahrhundert verlagerte der Sultan von Oman seinen Herrschaftssitz auf Sansibar. Dem folgte die deutsche Kolonialisierung (Deutsch-Ostafrika 1885 bis 1918). Im 1. Weltkrieg verlor Deutschland die Kolonie an die alliierten Truppen. Tansania, damals noch „Tanganjika“, erhielt 1961 die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich und formte 1964 zusammen mit der Insel Sansibar die Vereinigte Republik Tansania. Erster Staatspräsident war Julius Kambarage Nyerere. Er und seine Anhänger strebten den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in Tansania an, verstaatlichten die Banken, führten Bildungs-und Landreformen durch. Über die Jahre wandelte sich das Land von einem Einparteiensystem (Ende 1992) zu einem Mehrparteiensystem. Seit Oktober 2015 ist John Magufuli der fünfte Staatspräsident Tansanias. 

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